KLOSTER SANKT PETER BLUDENZ

Die Sanierung

 

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Was hinter der historischen Fassade
steckt
Von DI Dr. Lothar Künz, ZT GmbH


Von außen ist das Kloster nun schön restauriert. Aber auch innen erstrahlen die Oberflächen der Decken, Wände und Böden in neuem Glanz. Doch was steckt hinter diesen fertigen Oberflächen? Ziel der Sanierung des Klosters war es, diesem historisch wertvollen Gebäude ein modernes Leben ein zu hauchen. Dazu braucht es einerseits zeitgemäße Elektro-, Heizungs-, Sanitär- und Lüftungstechnik, eine moderne und funktionelle Küche, einen behindertengerechten Zugang, sowie andererseits einen adäquaten Schallschutz, um die Privatsphäre der Schwestern und Gäste zu gewährleisten.


Über die Klosterpforte von St. Peter gelangt man direkt in den langen erdgeschoßigen Gewölbegang, dessen Boden wie einst mit Kalkstein aus der direkten Umgebung gestaltet wurde. In allen Fensternischen wurden Heizkörper installiert, um auch im Winter eine behagliche Temperatur in den Korridoren zu gewährleisten. Sämtliche Zuleitungen wurden in Boden und Wänden geführt, um den Blick für die Oberflächen frei zu halten. Vor der Sanierung wurden die Gänge mit wenigen Heizkörpern spärlich warm gehalten.


Refektoriumstür

Über den klösterlichen Gewölbegang im Erdgeschoss gelangt man schließlich in das Refektorium, den großen Speisesaal des Klosters. Ein großer historischer Kachelofen umrahmt vom altem Dielenboden, eine Stuckdecke und ein Wandbrunnen aus dem 17. Jahrhundert stellen die wertvolle und frisch restaurierte Inneneinrichtung des Raumes dar. Es fällt auf, dass die Fenster erneuert wurden. Die bestehenden Fenster befanden sich in einem schlechten Zustand und mussten ersetzt werden. Man blickt nun durch Kastenfenster hinaus - wie vor hundert Jahren auch.


In der Geschichte des Klosters entstand durch große Brände immer wieder enormer Schaden. Durch eine moderne Brandmeldeanlage im gesamten Gebäude wurde ein Höchstmaß an zusätzlicher Sicherheit für die Hausbewohner und den vorhandene Wertbestand erzielt. Von der Anlage sind nach der Fertigstellung nur mehr kleine Rauchmelder an den Decken sichtbar. Die gesamten Zuleitungen wurden in Decken-, Wand- und Bodenkonstruktionen eingebaut.


Ebenso wurde die gesamte Verkabelung der Elektroinstallationen in den gekalkten Wänden ausgeführt. Die zahlreichen neuen Leuchten, sorgen durch neue Steuerungstechnik und moderne Leuchtmittel für mannigfaltige Gestaltungsmöglichkeiten und ein zusätzliches Plus an Raumwirkung.

An das Refektorium angeschlossen liegt die Klosterküche, in welcher Ansprüche an Hygiene und Arbeitssicherheit eingebunden werden mussten. Edelstahl-Küchenblöcke in Kombination mit Dunstabzugshauben und einer Belüftungsdecke, sowie rutschfeste Bodenfliesen lassen nun keine Wünsche mehr offen.


Dominikuszimmer für Seminare


Neben den restaurierten Holztreppen führt ein neuer, nun auch behindertengerechter Lift über die oberen Stockwerke bis auf den Dachboden, sowie in den Keller, wozu der bestehende Liftschacht in Richtung Dachboden und Keller erweitert werden musste.


Im ersten Stock befindet sich das Dominikuszimmer. Ein großer Raum, der für Vorträge und Seminare genutzt werden soll. Um zu ermöglichen, dass ein Vortragender auch ohne Mikrofon gut gehört wird, musste die Akustik des Raumes angepasst werden, wozu eine Lochdecke mit dahinterliegender Dämmung aus Schafwolle eingebaut wurde.


Pfortenbereich von innen

Vom Dominikuszimmer gelangt man über den mit geölten Holzdielen belegten Gewölbegang durch eine große Metall-Glastüre (Rauchabschlusstüre) in den Konventstrakt. An einen breiten lichtdurchfluteten Gang reihen sich die Zimmer der Schwestern, wobei jeweils zwei Zimmern ein kleines Bad zugeordnet ist. Vor der Sanierung waren von den unzähligen Waschbecken, Dusch- und WC - Anlagen nur mehr wenige betriebstauglich. Bei den Umbauarbeiten wurden im Konventstrakt und im darüber liegenden Gästetrakt die gesamten Sanitärverrohungen abgebrochen und neu verlegt. Wie bei der restlichen Haustechnik wurde der Großteil der Sanitärinstallationen aus dem Sichtbereich verbannt und in Wänden und Böden verstaut.


Weiters wurde auch eine Solaranlage für Warmwasser, auf dem neu angebauten Carport im Klosterhof, installiert um die Energieeffizienz optimieren zu können.


Über dem Konventstrakt liegen die Zimmer für die Gäste im Kloster. Das Leben der Schwestern und der Gäste soll sich ruhig gestalten und nicht von Lärm gestört werden. Aus diesem Grund war es notwendig, eine gute Trittschalldämmung zwischen den Geschossen herzustellen. Dazu wurden die Geschossdecken mit Beton beschwert (dient auch zur Verbesserung der Tragfähigkeit der Decken) und unter dem Dielenboden ein geeigneter Bodenaufbau ausgeführt.


Ein Leben unter heutigen Umständen ermöglichen


Auch die Wände zwischen den Zimmern erfüllen nun entsprechend hohe Anforderungen des Schallschutzes. Sie bestehen aus vier Lagen Gipskartonplatten sowie einer dicken Dämmschicht und sind eine weitere Steigerung der Behaglichkeit.


Letzte Reinigungsarbeiten

All diese Neuerungen waren dringend notwendig, um im Kloster ein Leben unter heutigen Umständen und der Zeit angepassten Klosternutzung zu ermöglichen. Dazu waren große Umbauarbeiten notwendig, von denen nun nur mehr ein Bruchteil zu sehen ist.


Ein derartiger Umbau eines historischen Gebäudes ist nur in enger Zusammenarbeit aller beteiligten Fachplaner und mit einschlägiger Fachkompetenz sämtlicher ausführenden Firmen realisierbar. Wir möchten uns an dieser Stelle speziell bei allen Arbeitern auf der Baustelle für Ihren unermüdlichen Einsatz und die harmonische Zusammenarbeit bedanken. Dem Bauausschuss, dem Diözesanbauamt und dem Denkmalamt gebührt ebenfalls unser Dank für die Unterstützung bei der Sanierung. Und nicht zuletzt danken wir den Schwestern, die während der gesamten Bauzeit in einem Teil des Klosters wohnten, für ihre Geduld und ihr Verständnis.

 

Die Gästezimmer sind bereit

Fleissige Hände helfen mit

Die Hauskapelle